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Markus Drewes
Coach München | Coaching München: Erfolgscoach Markus Drewes.

Ihr bester Lebenslauf

Wertvolle Tipps für Form und Inhalt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Ihre Bewerbungsunterlagen das Erste, was Ihr zukünftiger Vorgesetzter beziehungsweise Ihr künftiges Unternehmen von Ihnen zu sehen bekommt. Wie in vielen Bereichen des Lebens gilt auch hier: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Unterschiedliche Studien über Bewerbungen kommen zu immer ähnlichen Ergebnissen: Der Lebenslauf wird von den Personalentscheidern zu rund 70 Prozent als wichtigstes Dokument einer Bewerbung gewertet. Der Vollständigkeit halber: Rund 20 Prozent entfallen auf das Anschreiben, etwa 10 Prozent auf die Zeugnisse.

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In diesem Artikel beschäftige ich mich daher mit dem Lebenslauf, der übrigens in unterschiedlichen deutschsprachigen Ecken durchaus unterschiedliche Namen tragen kann. Als Alternativen zu „Lebenslauf“ sind mir schon begegnet:

  • „CV“, die beiden Anfangsbuchstaben als Abkürzung des folgenden Begriffs, englisch ausgesprochen, dieser Begriff ist vor allem in Großbritannien gängig.
  • „Curriculum Vitae“, lateinisch ausgesprochen, wird auch in Deutschland verwendet.
  • „Dossier“, französisch ausgesprochen, kenne ich vor allem aus der Schweiz.
  • „Resume“, englisch ausgesprochen, heißt es in den USA, und wird dort teilweise auch
  • „Résumé“ geschrieben und eher französisch ausgesprochen. Auch in der Schweiz wird dieser Begriff verwendet.

Egal, unter welchem Namen von Ihnen ein Lebenslauf gewünscht wird: Bei diesem Dokument zählen sowohl die Form als auch der Inhalt. Ebenso wie Sie eine unverwechselbare Identität haben und wie jede Stelle einzigartig ist, sollte auch der Lebenslauf, den Sie einreichen, Ihre individuelle Passung aufzeigen und Sie als Persönlichkeit erahnen lassen.

Bei aller Individualität gilt es gleichzeitig, relativ enge formale und leider im Wesentlichen ungeschriebene Vorgaben einzuhalten.

Eine besonders interessante Untersuchung in diesem Zusammenhang wurde im Auftrag von Stepstone Österreich zum Teil mit Blickverfolgung („Eye Tracking“) durchgeführt. Diese Studie ergab, dass die Personalverantwortlichen sich dabei durchschnittlich nur 43 Sekunden Zeit für den Lebenslauf Zeit genommen haben. Die allermeisten lesen die Bewerberdokumente übrigens am Bildschirm.

Auf der Basis der verschiedenen Untersuchungen, und vor allem auch meiner eigenen Erfahrungen auf beiden Seiten des Schreibtischs, nachfolgend meine zentralen Empfehlungen für Ihren besten Lebenslauf. Noch mehr Details zu Struktur, Inhalten und graphischer Gestaltung finden Sie in den Folien von meinem Vortrag darüber auf dem Karrieretag München, die Sie nach einer Anmeldung gratis herunterladen können.

Auf YouTube finden Sie dazu auch meine Playlist mit jeder Menge wertvollen Tipps und Tricks zur Lebenslauferstellung. Auf YouTube gilt die Datenschutzerklärung von Google.

Im Anschluss an die folgenden formalen Leitlinien finden Sie meine Tipps, wie Sie sich inhaltlich am besten vorbereiten und präsentieren können.

 

Praktische Tipps für Ihren Lebenslauf

FORM

 

Allgemein

  • Der tabellarische Lebenslauf hat sich gegenüber dem essayistischen durchgesetzt, ebenso die so genannte „amerikanische“ Form, bei der die jüngste Station zuerst aufgeführt wird. (Siehe auch „Beruflicher Werdegang“)
  • Insgesamt sollte der Lebenslauf übersichtlich, klar strukturiert und intuitiv verstehbar sein. Machen Sie es dem Leser leicht! Dazu dient auch genügend typografischer Weißraum auf den Seiten.
  • Reichen Sie Ihre elektronische Bewerbung als PDF und in einem Dokument ein. Das bedeutet: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse in einem Paket. Dabei hilft beispielsweise der kostenlose PDF24 Creator
  • Standardmäßig umfasst der Lebenslauf zwei Seiten. Bei langjährigen Berufserfahrungen können es bis zu drei Seiten sein. Mit einem Deckblatt (siehe unten) können Sie etwas Platz gewinnen.
  • Ist die Ausschreibung in einer Fremdsprache, sollte auch Ihre Bewerbung in dieser Sprache sein. Inklusive Lebenslauf.
  • Fehler in Rechtschreibung und Grammatik sind für fast zwei Drittel der Personalverantwortlichen ein Ausschlusskriterium.
  • Haben Sie mehrere Jobwechsel in Ihrer Vita, interessieren sich nahezu alle Interviewer für die Motive.
  • Auch Lücken im Lebenslauf sollten im Interview schlüssig begründet werden können.

Persönliche Daten

  • Setzen Sie ein Foto ein: Ein professionelles, aktuelles Bewerbungsfoto. Falls Sie kein solches Foto vorliegen haben, verzichten Sie ausnahmsweise auf das Bild. Ungeeignete Fotos gelten als Zeichen einer schlechten Bewerbung.
  • Zu den persönlichen Daten gehören mindestens Name, Geburtstag und die Kontaktdaten. Die – seriöse! – E-Mail-Adresse darf aus einem PDF gerne auch verlinkt sein.

Beruflicher Werdegang

  • Dieser Abschnitt folgt direkt nach dem mit den persönlichen Daten.
  • Der berufliche Werdegang ist der wichtigste Abschnitt innerhalb des Lebenslaufs. Fast die Hälfte der Zeit beschäftigten sich die Personalverantwortliche in der Stepstone-Studie damit. Vor allem mit den jüngsten Stationen.
  • Diese Tabelle besteht aus nur zwei Spalten: Datumsspalte und Inhaltsspalte.
  • In der Datumsspalte genügt die Angabe von Monaten und Jahren. In aller Regel wird die jüngste Position zuerst aufgeführt, dann Station für Station in die Vergangenheit zurück, die so genannte „amerikanische“ Form.
  • In die Inhaltsspalte gehören mindestens die Angabe der Position und des Unternehmens. Die Nennung – stichwortartige! – Ihrer Aufgaben und Erfolge kann Ihnen Bonuspunkte einbringen.
  • Greifen Sie dabei nach Möglichkeit die in der Ausschreibung genannten Schlagworte wörtlich auf.

Datum und Unterschrift

  • Beide Elemente gehören unter einen Lebenslauf, auch einen elektronischen.
  • Das Datum sollte mit dem des Anschreibens übereinstimmen.
  • Ihre Unterschrift können Sie in eine elektronische Bewerbung als Bild einfügen. Am besten mit einem transparenten Hintergrund teilweise über den Text legen – das sieht einem Original zum Verwechseln ähnlich. Das Bildformat „png“ eignet sich dafür besonders gut.

Deckblatt

  • Falls Sie mit einem Deckblatt arbeiten, sehen Sie bitte auch einen prominenten Platz für die gewünschte Position und den Namen des Unternehmens vor, bei dem Sie sich bewerben.
  • Standardmäßig gehören das Foto und die persönlichen Daten auf das Deckblatt.
  • Dann geht es auf der nächsten Seite direkt mit „Beruflicher Werdegang“ weiter.

Graphische Gestaltung

  • Grundsätzlich werden Lebensläufe eher nüchtern gestaltet.
  • Zur übersichtlichen und flexiblen Präsentation der Inhalte rate ich zu Tabellen.
  • Im Inhaltsteil bitte nur eine Schrifttype verwenden. Momentan geht der Trend zu serifenlosen Schriften, die auch am Bildschirm gut lesbar sind. Ihr Briefpapier kann eine eigene Schrifttype nutzen.
  • Die zwei oder maximal drei unterschiedlichen Schriftgrößen im Inhaltsteil können bei Bedarf mit unterschiedlichen Schriftstärken und -lagen kombiniert werden.

 

INHALT

Natürlich können Sie sich hinsetzen und Ihre bisherigen beruflichen Stationen runterschreiben, Ihre Ausbildungen, Qualifikationen und Kompetenzen, Anschreiben und Anlagen dazu und ab die Post. Wie oben beschrieben.

Für die Bewerbung auf Ihren Traum-Job, bei einer beruflichen Neuorientierung oder auch vor dem ersten richtigen Job empfehle ich, im Interesse einer möglichst überzeugenden Bewerbung, einen tiefergehenden Ansatz. Denn dieser Lebenslauf repräsentiert Sie. Hierfür finden Sie im 8. Teil meiner Serie gute Anregungen.